Grünfink – der Patenvogel der Natur Pur-Stiftung
(Chloris chloris – früher geführt unter Carduelis chloris)
Ordnung: Sperlingsvogel – Familie: Finken

Der Grünfink ist ein wunderschöner, heimischer Vogel. Seit Jahren nimmt der Bestand dieser Finkenart bei uns ab.
Ist der Grünfink selten?
Nein, noch gibt es genug Brutvögel, so dass man bei seiner Art nicht von selten sprechen kann.
Laut der letzten Studie des DDA (Vögel in Deutschland 2025) finden sich vom Grünfink nur 1 Mio. Brutpaare. Besonders in den vergangenen 12 Jahren hat der Bestand deutlich abgenommen.
Im letzten DDA Brutatlas von 2014 zählten die Kartierer etwa 1,65 – 2,3 Mio. Brutpaare, während 1999 im Kompendium der Vögel Mitteleuropas zwischen 1,5 und 3 Mio Brutpaare angegeben wurden.
Somit hat der Grünfink in Deutschland fast 2/3 Brutpaare eingebüßt – in nur 25 Jahren.
Wir stellen den Grünfink vor
Grund genug, den Grünfink zum Patenvogel der Natur Pur-Stiftung zu ernennen. Wir möchten uns zukünftig intensiv um den Grünling, wie er auch oft genannt wird, kümmern.

Beschreibung Grünfink
Der kleine, gelb-grüne Vogel ist etwa 15 cm groß und wiegt zwischen 23 und 37 gr – je nach Jahreszeit.
Das Männchen ist farbenprächtiger als das Weibchen. Je nach Lichteinfall schimmert das Gefieder des Männchens olivgrün bis gelb. Der Schwanz ist gelb gefärbt.
Das Weibchen ist unscheinbarer und matter im Gefieder. Der Schwanz ist ebenfalls weniger gelb.
Nahrung
Grünfinken lieben frische Blüten-Fruchtknoten und können bei geeigneten Habitaten schon einige Blüten im Frühjahr verbeißen.

Sonst ernähren sich die Vögel von Sämereien von Gräsern, Kräutern, Sonnenblumen oder auch Koniferen. Sie sind nicht allzu wählerisch.
Am Futterplatz kann man sie regelmäßig begrüßen und sie lassen sich frische Sonnenblumenkerne schmecken. Im Herbst stürzen sich die Grünlinge gerne auf die reifen Hagebutten. Sie fressen das Fruchtfleisch und die Samen.
Brut
Von März bis August suchen sich die Pärchen, die sich meist schon im Winter gefunden haben, Nistplätze in Bäumen und Sträuchern. Das Nest wird in Napfform gebaut und mit Moos ausgepolstert.
Teilweise beginnen die Vögel bereits im Februar mit der Brut. Bei Kälterückfällen werden die Erstbruten aufgrund des fehlenden Nahrungsangebotes wieder aufgegeben.

Das Gelege besteht aus 3 – 7 Eiern. Diese werden 12 – 14 gebrütet und nach dem Schlüpfen ca. vier Tage ganztägig gehudert und bis zu acht Tage zeitweilig. Nach weiteren 12 – 14 Tagen verlassen die Nestlinge das Nest und werden außerhalb des Nests noch bis zu 14 Tage von den Eltern gefüttert.
Der Bruterfolg liegt in der Brut vor Laubaustrieb bei 25 %, während im Sommer bis zu 40 % erreicht werden.
Der Grünfink nutzt keine Nistkästen. Es gibt jedoch Schlupf- und Halbhöhlennester aus Zweigen. Diese kannst du an geschützten Stellen im Garten, unerreichbar von Katzen, anbieten.
Verhalten der Grünfinken
In der Regel sitzen die Grünlinge am Boden und nehmen dort Futter auf. Sie nehmen zudem gerne Futter an Futterstellen in einer Höhe von bis zu 2 Metern an. Samen an verblühten Stauden gehören ab Herbst auf ihren Speiseplan.
Wie alt werden Grünfinken?
In der Natur ist der Grünfink vielen Gefahren ausgesetzt. So sterben männliche Junggrünfinken zu 60 % und weibliche zu 50 % im ersten Jahr. Haben Sie das erste Lebensjahr erreicht, stehen ihnen im Durchschnitt noch 2,3 Jahre bevor.

Grünfinken werden somit etwa 3,5 Jahre alt. Der älteste beringte Grünfink wurde mit 12 Jahren und 7 Monaten gefunden. Ein sehr stolzes Alter.
Habitat für den Grünfink
Der Grünfink ist kein Waldvogel. Er fühlt sich in halb offener Landschaft wohl, die mit Hecken, Büschen und Bäumen durchsetzt ist. Gerne hält er sich auch in Parks oder Friedhöfen auf.
Aber auch naturnahe Gärten mit alten Bäumen und Büschen nimmt er gerne als sein Habitat an. Wichtig sind für ihn ungestörte Bereiche. Gärten, in denen ständig Kinder spielen oder gearbeitet wird, sind nicht sein Refugium.
Nach der Brut ist der Grünling in kleineren Schwärmen über dem Offenland auf der Suche nach Nahrung unterwegs.
Im Winter zieht er in Siedlungen ein. Er nutzt die wärmeren Temperaturen und ist auch gegenüber Futterstellen nicht abgeneigt.

Ist der Grünfink ein Zugvgel?
In unseren Breiten ist der Grünfink ein Standvogel. Er bleibt seinem Revier standorttreu. In südlichen Ländern ist er ein Teilzieher und sucht aus Spanien kommend die Regionen Nordafrikas auf.
Was sind die größten Gefahren für den Grünfink?
In den vergangenen 25 Jahren hat der Bestand der Grünfinken um fast 75 % abgenommen. Was sind die Ursachen für den Verlust so vieler Brutpaare?
- Verlust von Brutgebieten
- Intensive Landwirtschaft
- Einsatz von Pestiziden
- Überdüngung
- Fehlendes Nahrungsangebot
- Rückgang von Winterbrachen
- Monotonisierung von Gartenflächen
- Trichomonaden-Infektion
Die Aufgabe der Natur Pur-Stiftung wird es zukünftig sein, auf die Gefahren des Grünfinks aufmerksam zu machen. Wir möchten dem Grünfink wieder ein Habitat schaffen, in dem er seine Nachkommen aufziehen und ohne Biozide leben kann.

Durch den Einsatz von Bioziden entziehen wir unseren Vögeln, darunter auch dem Grünfinken, die Basis für ihre Nahrung:
Immer weniger Insekten, überdüngte und fette Wiesen ohne Kräuter oder Blühpflanzen, zu häufige Mahd. Dies ist für den Grünfinken ein Todesurteil.
Durch die Monotonisierung unserer Gärten, die Umwandlung in grüne Betongärten ohne jegliches Leben, wird dem Grünling sein Überlebensbereich geraubt.
Lass uns gemeinsam dem Grünfinken helfen.
Je natürlicher dein Garten gestaltet ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Grünfinken ihn zum Nisten oder zur Nahrungssuche aufsuchen.
Es hilft schon, wenn du ihm einige Büsche und vielleicht am Rand eine Hecke aus vogelfreundlichen Pflanzen setzt.
Beispiele:
- Berberitze
- Vogelbeere
- Schlehe
- Weißdorn
- Liguster
- Faulbaum
- Kornelkirsche
- Schneeball
- Sanddorn
- Eibe
- Buchen
Ungeeignet sind Kirchlorber oder Thuja. Sie bieten keinen Mehrwert für den Grünfinken.

Diese Bereiche solltest du im Gartenjahr so wenig wie möglich betreten. Lass den Vögeln ihre Rückzugsmöglichkeit. Gerade von März bis August brüten die Vögel und benötigen die Ruhe, um nicht zusätzlich Energie zu verlieren.
Gift hat im Garten nichts verloren. Auch kein Schneckenkorn oder Spritzmittel gegen Blattläuse. Die Blattläuse sind eines der Hauptnahrungsmittel von Jungvögeln im Nest. Solltest du Pflanzen gegen Blattläuse spritzen, können Elternvögel die vergifteten Blattläuse an ihre Jungen verfüttern, was oft den Tod der Kleinen bedeutet.
Daher bitte noch einmal: Gift – egal in welcher Art und Weise – hat im Garten nichts verloren.
Trichomonaden-Infektion bekämpfen
Eine der schlimmsten Infektionen, die Grünfinken (aber auch andere Finkenartenl) betreffen kann, ist die Infektion mit Trichomonaden.
Was sind Trichomonaden? Es handelt sich dabei um einzellige Parasiten, die bei Finkenarten die Krankheit Trichomoniasis auslösen können. Die Symptome sind:
- Aufgeplustertes Gefieder
- Apathie (Vogel fliegt nicht weg)
- Verklebter Schnabel
- Vogel kann nicht mehr fressen
Die Krankheit führt bei den meisten Vögeln innerhalb weniger Tage zum Tod.

Übertragen werden die Trichomonaden an Stellen, an denen viele Vögel zusammenkommen. Dies ist häufig an Futterstellen oder Wasserschalen der Fall.
Wie kannst du eine Verbreitung oder das Aufkommen verhindern?
Notwendig – gerade im Sommer – ist das ständige Reinigen der Futterplätze der Vögel. Die Vögel sollten so wenig wie möglich mit dem Futter in Kontakt kommen.
Es eignen sich Futtersäulen oder kleine Hängefutterstellen mit Futterzufluss. Die Vögel sitzen auf Stangen oder Halterungen und picken von außen das Futter auf.
Diese Futtersäulen solltest du im Sommer jeden zweiten Tag mit heißem Wasser gründlich waschen. Ein Garant, dass es zu keiner Infektion kommt, ist dies jedoch nicht. Infizierte Vögel können den Parasiten übertragen.
Wenn du einen kranken Vogel, besonders einen Finken, antriffts, der o.g. Symptome aufweist, stelle sofort die Futtergabe fü mindestens zwei Woche ein. Kaufe neue Futtersäulen oder reinige vorhandene Futtergaben gründlich mit heißem Wasser und Desinfektion. Nach der Desinfektion aber bitte nochmals heiß abwaschen.
Auch Wasserstellen, soweit es sich um Schalen handelt, bitte auch intesniv reinigen oder austauschen.
Bitte die alten Futtersäulen in den Hausmüll entsorgen, sodass kein weiterer Vogel diese erreichen kann.
Wenn wir alle zusammen einige dieser Beispiele umsetzen, ist auch dem Grünfink deutlich geholfen.

Der Grünfink – Patenvogel der Natur Pur-Stiftung.
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Hilf mit, fette, insektenarme Wiesen in naturnahe Oasen zu verwandeln und rette unsere heimischen Arten.

